Weltbibliothek des Jahres 2021 steht in Oslo

Die Deichman Bjørvika in Oslo hat die Auszeichnung IFLA/Systematic Public Library of the Year award 2021 gewonnen. Sie ist eine einzigartige Bibliothek auf sechs Etagen im Herzen Oslos mit einem automatischen Buchsortiersystem. 1785 wurde die Bibliothek als Stiftung von 6.000 Büchern vom norwegischen Kanzler und Geschäftsmann Carl Deichman gegründet und den Bürgern von Christiania (dem heutigen Oslo) vermacht und hat sich im Laufe von 216 Jahre zu einem modernen Dritten Ort weiterentwickelt.

Die Auszeichnung „Öffentliche Bibliothek des Jahres“ wird jährlich von der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) in Zusammenarbeit mit dem dänischen Softwareunternehmen Systematic A/S verliehen, das auch den mit 5 000 USD dotierten Preis sponsert. In diesem Jahr bewarben sich 32 Bibliotheken um den Preis, fünf wurden nominiert und der Gewinner, Deichman Bjørvika in Oslo, wurde am 19. August auf dem IFLA World Library and International Congress bekannt gegeben, wo IFLA-Präsidentin Christine Mackenzie den Preis überreichte.

Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass die Architekten ein Gebäude entworfen haben, das die Besucher dazu anregt, alle neuen Einrichtungen und Aktivitäten zu erkunden, die angeboten werden. Dies spiegele einen hohen Grad an Benutzerfreundlichkeit wieder. Auch zeugten die Wahl der Materialien und Energielösungen sowie multifunktionale Räume von einem Konzept der Nachhaltigkeit.

Einen visuellen Eindruck vermittelt eine kurze Besichtigungstour „Omvisning på Deichman Bjørvika“ (auf Norwegisch) auf Youtube.

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President-elect-Session auf der #wlic2021

Mit der Ankündigung des Themas ihrer Präsidentschaft „Libraries buidling a sustainable future“ konzentrierte sich die designierte IFLA-Präsidentin Barbara Lison in ihrer Sitzung auf der Weltkonerenz auf die langfristigen Trends des Fachgebiets. Während der Session betonte Barbara Lison, dass ein Schlüsselelement darin bestehen wird, die Welt um uns herum und ihre Veränderungen aufmerksam zu verfolgen und dabei warhzunehmen, welche Trends Einflüsse auf den Beruf ausüben. Während einige Trends, wie die Bedeutung von Information, Lese- und Schreibfähigkeit oder lebenslanges Lernen, die Bedeutung von Bibliotheken stärken, können andere Trends, wie die Privatisierung von Wissen oder wirtschaftlich schwierige Zeiten, das Gegenteil bewirken.

Auf der President-elect-Session sollten Vorschläge des Berufsnachwuchses, der künftigen Führungskräfe (emerging leaders) diskutiert werden. Vorab waren bis zu 150 Ideen eingereicht worden, die zu 20 Trends zusammengefasst und diskutiert wurden. In Abstimmungsrunden kristallisierten sich 5 Bereiche heraus, die in der Arbeit während Barbaras IFLA-Präsidentschaft eine wichtige Rolle spielen werden. Diese sind:

1) Virtuelles wird bleiben: Die Menschen ziehen es weiterhin vor, Bibliotheksdienste aus der Ferne zu nutzen, was den Wert von Räumen und physischen Angeboten in Frage stellt,

2) Vielfalt wird ernst genommen: Ein wachsendes Bewusstsein für die Existenz und die Auswirkungen von Diskriminierung führt zu einer radikalen Reform unserer Bestände, Dienstleistungen und Praktiken,

3) Eine ökologische Bestandsaufnahme: Der Klimawandel bringt neue Bedrohungen für Bibliotheken und die Gemeinschaften, denen sie dienen, mit sich und zwingt zu radikalen Anpassungen, um eine Katastrophe zu vermeiden,

4) Lebenslanges Lernen: Es gibt keinen Job auf Lebenszeit mehr, was bedeutet, dass immer mehr Menschen sich im Laufe ihres Lebens mit Unterstützung von Bibliotheken weiterbilden,

5) Ungleichheiten vertiefen sich: Während digitale Technologie neue Möglichkeiten eröffnet, wächst die Kluft zwischen Menschen mit und ohne Zugang. Es besteht die Gefahr, dass große Teile der Bevölkerung in Armut leben, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden.

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IFLA-Auszeichnungen für Fachgruppen und grüne Bibliotheken

Die IFLA Professional Units vergeben Zuschüsse und Fachpreise für herausragende Leistungen in ihren Bereichen.  Einige dieser Auszeichnungen wurden auf der diesjährigen WLIC Unit Awards Session vorgestellt.  Neben den Auszeichnungen der Fachgruppen wurden auch der Dynamic Unit und der Impact Award für 2020 und 2021 vorgestellt.

In diesem Jahr erhielten den Dynamic Unit and Impact Award die Fachgruppe „Document Delivery and Resource Sharing“. Besonders hervorgeboben für das Engagement in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Interessenvertretung wurde die Fachgruppe Academic and Research Libraries. Im Hinblick auf Kommunikation und Mitgliederbeziehung erhielt die Fachgruppe Continuing Professional Development and Workplace Learning ebenfalls ein Lob. Es lohnt sich also, mitzumachen. Weitere Informationen

IFLA Environment, Sustainability and Libraries Section

Der Green Library Award der IFLA wurde zum sechsten Mal vergeben. Gewinner in der Kategorie „Green Library“ ist in Kanada die Edmonton Public Library für nachhaltige bauliche Veränderungen. In der Kategorie „Green Library Project“ gewann die Oulu City Library—“A Responsible Library as Promoter of Environmental Awareness” aus Finnland, die gemeinsam mit ihren Nutzenden grüne Konzepte für einen ressourcenschonenden Umgang entwickelt haben. Beide Gewinner erhalten ein Zertifikat von der Fachgruppe ENSULIB für nachhaltige Bibliotheken. Besondere Erwähnung fand eine Bibliothek aus Kuba. In Santa Clara bekam die Asociación Cubana de Bibliotecarios, Villa Clara Branch—“BiblioVerde, un espacio para compartir y aprender en armonía con la naturaleza” eine Auszeichnung für ihr Bemühen um Aufklärng über Begrünung und Recycling mit wenig Ressourcen.

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Alle Auszeichnungen wurden im Rahmen des Weltkongresses verliehen.

IFLA Erklärung zu Situation in Afghanistan

Die aktuelle Entwicklung in Afghanistan beschäftigt auch die IFLA sehr. Der Bibliotheksweltverband hat deshalb eine Erklärung zur Situation in Afghanistan veröffentlicht. Darin betont die Organisation das Recht auf Bildung und den Zugang zu Informationen, das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung sowie auf kulturelle Rechte für alle. Bibliotheken und das kulturelle Erbe Afghanistans sowie die Personen, die es bewahren und vertreten, müssen geschützt werden.

Um das Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben zu gewährleisten, muss das vielfältige kulturelle Erbe Afghanistans in all seinen Formen, sowohl materiell als auch immateriell, bewahrt werden, heißt es in der deutschen Übersetzung des Statements, die ebenso wie das englische Original hier zu finden ist: https://www.ifla.org/DE/node/94132

An dieser Stelle wird auch auf die Erklärung der UN-Sonderberichterstatterin für kulturelle Rechte, Karima Bennoune, zur Lage in Afghanistan verwiesen.

Ankündigungen zur IFLA-Generalversammlung am 25. August

Die Generalversammlung der IFLA findet von heute an gerechnet in genau einer Woche statt und bietet jährlich den Mitgliedern die Möglichkeit, über strategische Fragen abzustimmen und die Richtung des Verbandes zu gestalten. Außerdem werden ab 25. August die neuen IFLA-Statuten und die überarbeitete Struktur in Kraft treten. Eine neue Ära für den Verband wird beginnen. Barbara Lison, Leiterin der Stadtbibliothek Bremen, wird das Amt der IFLA-Präsidentin bis 2023 übernehmen, Antonia Arahova aus Griechenland wird Vizepräsidentin.

Die Generalversammlung wird am Mittwoch, den 25. August 2021 um 13:30 Uhr MESZ live aus der Koninklijke Bibliotheek in Den Haag, Niederlande, übertragen. Die Sitzung kann auch per Live-Stream über den YouTube-Kanal der IFLA verfolgt werden.

Aufgrund der sehr begrenzten Sitzplätze und Coronaauflagen am Versammlungsort sollte man sich zeitnah per E-Mail an generalassembly@ifla.org anmelden, wenn man persönlich vor Ort teilnehmen will.

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Überarbeitung des IFLA-Public Library Manifesto

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Das Manifest der IFLA/UNESCO für Öffentliche Bibliotheken wurde 2019 25 Jahre alt und proklamiert Öffentliche Bibliothek als lebendige Kraft für Bildung, Kultur und Information und als wesentliches Mittel zur Förderung von Frieden und Wohlstand in den Gemeinden und der Gesellschaft. Die letzte Fassung wurde 1994 veröffentlicht und ist seitdem ein Eckpfeiler der öffentlichen Bibliotheken.  Mit dem technologischen Fortschritt und dem gesellschaftlichen Wandel haben sich die Bedarfe, diesen Auftrag weiter zu erfüllen, verändert. Gemeinsam mit der UNESCO hat die IFLA – und insbesondere ihre Sektion für Öffentliche Bibliotheken – eine Aktualisierung des Manifests in Angriff genommen, um sicherzustellen, dass es die Realitäten und Aufgaben der öffentlichen Bibliotheken von heute bestmöglich widerspiegelt.

Die Grundlage bildete eine Umfrage, über die in diesem Blog berichtet wurde, und auf die über 600 weltweite Antworten eingingen. 78 % der Befragten halten das Manifest für eine wirksame Maßnahme. Deshalb soll das bestehende Manifest nicht neu geschrieben, sondern aktualisiert werden, um aktuelle Prioritäten der öffentlichen Bibliotheken widerzuspiegeln. Positionen zu Nachhaltigkeit, Breitbandanschluss oder auch die Vermittlung von Informationskompetenz werden stärker Berücksichtigung finden.

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Positionen zum Breitbandausbau für Bibliotheken

Die Überwindung der digitalen Kluft ist eine der wichtigsten politischen Prioritäten weltweit. Die IFLA unterstützt internationale Bemühungen, die digitale Integration weltweit zu beschleunigen. Der Bedarf von Bibiotheken an Konnektivität ist maßgeblich, welche Services Bibliotheken für ihre Communities anbieten können. Deshalb ist es notwendig, Bibliotheken in die breitere digitale Gestaltung der Infrastruktur auf lokaler, nationaler und globaler politischer Ebene einzubinden.

Die IFLA und ihre Partner in der Dynamic Coalition on Public Access in Libraries (DC-PAL) haben kürzlich den  Entwurf einer Stellungnahme über die Rolle der Bibliotheken in der nationalen Breitbandpolitik herausgegeben.

Im ersten Kapitel werden die Breitbandpläne und -strategien von mehr als 30 Ländern untersucht. Es beleuchtet wie Bibliotheken in das digitale nationale Ökosystem eingebunden werden und beinhaltet auch Initiativen zur Förderung der Bildung. Zu den Maßnahmen gehören die Verbesserung der Konnektivität, Kosten für die Vernetzung, die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und die Fortbildung des Personals in diesem Bereich. Das zweite Kapitel geht vom politischen Output zur Umsetzung und Wirkung über: Wie haben diese bibliotheksbasierten Breitbandmaßnahmen vor Ort Gestalt angenommen? Die Fallstudien aus mehreren Ländern konzentrieren sich auf Maßnahmen, die den öffentlichen Zugang zum Internet und zu IT in Bibliotheken auf- oder ausbauen, und befassen sich mit gemeinsamen Trends, bewährten Verfahren und gewonnenen Erkenntnissen.

Zusätzlich zu dieser Thematik hat die IFLA ein weiteres  begleitendes Positionspapier über die Rolle der Bibliotheken in nationalen Strategien für digitale Kompetenzen veröffentlicht. Regierungen auf der ganzen Welt haben das breite Spektrum an digitalen Kompetenzen erkannt, zu deren Aufbau Bibliotheken beitragen können – von grundlegenden IT-Kenntnissen über Medienkompetenz, digitale Kompetenzen für die Forschung und die Nutzung von E-Government bis hin zu fortgeschrittenen technischen Kompetenzen in Bereichen wie künstliche Intelligenz und Robotik.

Die IFLA fordert ihre Mitglieder auf, sich für die Verbesserung des Internetzugangs in Bibliotheken über die verschiedenen Gremien einzusetzen.

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#WLIC2021 auf allen Kanälen

Wer der der aktuellen Berichtersttattung zum 86th World Library Information Congress, dem IFLA WLIC, zwischen dem 17. und 19. August in Echtzeit folgen möchte, kann dies auf folgenden Social-Media-Kanälen tun:

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IFLA Officer Elections gestartet

Für die Officer-Positionen (Chair, Secretary, Information Coordinator u.ä.) starteten die sektionsinternen Wahlen vom 19. bis 26.Juli. Ausschließlich die Mitglieder der jeweiligen Sektion dürfen wählen. Weitere Sektionen hatten jeweils nur eine Kandidatin für die jeweiligen Posten, so dass hier keine Wahl notwendig wird.

Für die Sektion  Continuing Professional Development and Workplace Learning (CPDWL) Section ist das Ergebnis schon gefallen. Ulrike Lang aus Deutschland (SUB Hamburg) wird als Co-Chair aktiv sein.

Weitere Infos

IFLA Journal Vol. 47 (2021) Nr. 2 (Juni) ist online

Die aktuelle Ausgabe enthält viele Blicke über den Tellerrand in die internationale Bibliothekswelt mit Schwerpunktbeiträgen Asien und Afrika. Sie enthält unter anderem Beiträge von Best Practices aus Nigeria, Tanzania, eine Studie über Crowdsourcing in Afrika, wissenschaftliche Bibliotheken in Ghana, sowie auch Beiträgen aus Indien, Bangladesch und Vietnam.

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis und zur Ausgabe

IFLA Journal