ILFA-Mitglieder für stärkere Beteiligung

98% der IFLA-Mitglieder würden es befürworten, wenn künftig Resolutionen zu wichtigen Fragen entweder durch Sitzungen der Generalversammlung oder von allen Mitgliedern postalisch oder per elektronischer Abstimmung beschlossen werden könnten. Dies wurde im Rahmen einer Konsultativabstimmung aller stimmberechtigter IFLA-Mitglieder ermittelt, in der die Frage gestellt wurde: Stimmen Sie den vorgeschlagenen Änderungen der IFLA-Statuten zu, die sicherstellen sollen, dass bei wichtigen Entscheidungen in Zukunft die Stimme jedes Mitglieds zählt?

Nach den derzeitigen Regeln der IFLA wird eine Entscheidung zur Aktualisierung der Statuten jedoch nicht von den IFLA-Mitgliedern als Ganzes getroffen, sondern nur von den Mitgliedern, die auf der Generalversammlung im WLIC vertreten sind. Das IFLA-Präsidium befürwortet nun dieses Ergebnis. Eine verbindliche Abstimmung soll auf der Generalversammlung Ende diesen Jahres beschlossen werden.

Im Rahmen der Überarbeitung der IFLA-Strategie ist dies ein wichtiger Schritt hin zu mehr Mitbestimmung durch die Mitglieder.

In der Zwischenzeit arbeitet das IFLA Governing Board weiter an neuen Strukturen für den Verband. Im Juni wird eine Konsultation zu diesen Ideen eröffnet, um sicherzustellen, dass diese Vorschläge die Ansichten der Mitglieder und Freiwilligen am besten widerspiegeln.

Weitere Informationen im Brief des Generalsekretärs Gerald Leitner vom 19. Mai 2020

Videobotschaft von Christine Mackenzie: IFLA Governing Board arbeitet „remotely“ weiter

Coronabedingt hatte das IFLA Governing Board sein April/Mai-Treffen ins Cyberspace verlegt. Es war eine Herausforderung, Mitglieder aus acht Zeitzonen virtuell unter einen Hut bekommen. IFLA-Präsidentin Christine Mackenzie informiert über die Mailingliste der IFLA und in einer Videobotschaft, was auf der GB-Sitzung diskutiert wurde:

Die Governance Review zur Neugestaltung der IFLA-Strukturen hat zum Ziel, die IFLA transparenter, effektiver und offener für alle zu machen. Die Arbeitsgruppen werden virtuell an der Fertigstellung des Vorschlagsentwurfs arbeiten, der im Juni zur Beratung an die Mitgliedern geht. Es soll der Zeitrahmen für die Änderungen der IFLA-Statuten und -Geschäftsordnung sowie die Nominierungen und Abstimmungen für 2021-23 festgelegt werden.

Die Entscheidung über das Datum und die Modalitäten zur Generalversammlung wird das Präsidium bis zur ersten Julihälfte treffen. Dazu gehören die Vorlage des Jahresberichts und die Verleihung der IFLA-Awards sowie die Änderungen der Statuten.

Hinsichtlich der nächsten Termine und Orte für die Weltkonferenzen kam man überein, dass der Aufruf zur Einreichung von Kandidaten für die Ausrichtung des Kongresses 2023 auf später im Jahr verschoben wird, da die meisten sich primär mit den Auswirkungen der Pandemie auseinander setzen müssen.

Die Fertigstellung des aktuellen Trend Reports wurde durch COVID-19 erheblich beeinflusst. Es wird nach Wegen gesucht, diesen bis Ende des Jahres fertig zu stellen.

Während der Woche fanden auch andere Sitzungen statt – der Exekutivausschuss, der Finanzausschuss, der Beratende Ausschuss des Kongresses und der Fachausschuss. Der Fachausschuss erörterte die bevorstehende Einführung neuer Instrumente für IFLA-Webinare, die hoffentlich besonders für die Fachabteilungen nützlich sein werden, damit trotz der Absage der WLIC in Dublin 2020 Informationen und Wissen ausgetauscht werden können.

IFLA-Umfrage zu Lockerungen für Bibliotheksnutzung

Da immer mehr Länder dazu übergehen, die Beschränkungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zu lockern, stehen Bibliotheken vor der schwierigen Entscheidung, wie sie für die Benutzung wieder öffnen und die Sicherheit für Personal und Nutzer*innen gewährleisten können. Dafür sammelt die IFLA-Sektion Management of Library Associations Beispiele für internationale Strategien, Pläne sowie Lösungen und Umgang mit Unsicherheiten von Bibliotheksverbänden, Agenturen und Netzwerken, um voneinander zu lernen.

Die Ergebnisse werden den Mitgliedern der Sektion direkt zur Verfügung stehen und in laufende Aktualisierungen der IFLA-Ressourcenseite COVID-19 „Covid-19 and Libraries“ einfließen.

Weitere Informationen

IFLA Trend Report: Update 2019

Der jährliche IFLA-Trendbericht gibt Bibliotheksverbänden, Institutionen, Bibliotheken und Fachleuten Anregungen für die Bewältigung von anstehenden Chancen und Herausforderungen im neuen Jahr. Die Kapitel befassen sich mit drei großen Trends:

  1. Konfrontation mit einer zunehmender Unsicherheit im eigenen Umfeld, die neue Arbeitsweisen im kulturellen und politischen Bereich erfordert, die aber auch mit einer wachsenden Nachfrage nach Informationen einhergeht.
  2. Ganzheitliche Ansätze im Umgang mit der wachsenden Komplexität der Entscheidungen, die sowohl von Regierungen als auch von Einzelpersonen getroffen werden.
  3. Intressensvertretungen in einem größeren Maßstab und auf neuen Ebenen umzsetzen.

 

Hier geht es zum IFLA Trend Report 2019 (engl.)

IFLA will offener und engagierter werden

Eine neue Zeit braucht neue Strukturen. Das Präsidium der IFLA hat bei seiner Sitzung am 10. und 11. Dezember 2019 Grundsätze für die Restrukturierung der IFLA formuliert. Es geht darum, bessere Möglichkeiten für das Engagement zu schaffen. Die neue Strategie der IFLA markiert einen Neuanfang: Die IFLA-Strategie 2019-24 ist die Grundlage für eine neue Phase in der Entwicklung der IFLA und des globalen Bibliotheksbereichs insgesamt. Die Global Vision verdeutlicht die Prioritäten und Interessen der Bibliotheks- und Informationsfachleute weltweit. So heißt es in einer Erklärung von Gerald Leitner (IFLA-Generalsekretär), die IFLA wolle offener und engagierter werden. Gleichzeitig soll die derzeitige Governance effizienter, effektiver und transparenter gestaltet werden.

Es soll auch neue und vielfältige Möglichkeiten geben, sich professionell und freiwillig zu engagieren und dafür Anerkennung zu finden. Beteiligung sollen auf alle Weltregionen und alle Karrierestufen ausgedehnt werden, damit die IFLA ihr Potenzial als globale Bibliotheksorganisation ausschöpfen kann. Dies sei eines der zentralen Ziele für die Zukunft.

Dies könne nur mit Beteiligung und unter Einbeziehung der Mitglieder geschehen. Durch die Mitgliederbefragung im Oktober 2019 und eine weitere Konsultation im März 2020 können Ansichten hierzu direkt formuliert werden. Auf der Grundlage dieses Feedbacks soll ein Entwurf für alle notwendigen  Änderungen an den IFLA-Statuten entstehen. Sobald dies fertig ist, werden alle Mitglieder per Post und Online-Abstimmung um Ihre Zustimmung gebeten.

Aufruf zur Mitarbeit bei der Optimierung der IFLA-Strukturen

Im August 2019 hat die IFLA eine neue Strategie 2019-2024 eingeführt. Nun steht auch die Optimierung des Organisation selbst an. Führung, strategische Komitees und die Fachgremien der IFLA kommen auf den Prüfstand. Im September 2019 wurde eine einjährige Überprüfungsphase gestartet. bis zur Generalversammlung im August 2020 sollen Vorschläge zur Verbesserung der Prozesse vorliegen. IFLA-Mitglieder und fachliche Gremien sind eingeladen, den partizipativen und transparenten Prozess durch ihre Ideen zu eränzen.

Weitere Informationen: http://www.ifla.org/node/92409 und https://www.ifla.org/node/92685

Lebendige Kraft für Lobbyarbeit: das IFLA/UNESCO Manifest Öffentliche Bibliothek

In der Ausgabe 11 von BUB  71 (2019) beschäftigt sich ab Seite 660 ff. ein informativer Artikel von Ulrike Kraß (Leitung Stadtbibliothek Freiburg i.Br.) unter dem Titel „Lebendige Kraft der Gesellschaft!“ mit der Entstehung und der gesellschaftspolitischen Relevanz des IFLA/UNESCO Manifests Öffentliche Bibliotheken, welches 1994 vor 25 Jahren in seiner letzten Fassung entstand und in 27 Sprachen vorliegt. Neben der Aussage, dass Bibliotheken Orte des lebenslangen Lernens in einer demokratischen Gesellschaft sind, finden sich auch Aspekte zu Inklusion und Chancengleichheit und seit 2009 Ergänzungen zum technologischen Wandel und zur Digitalisierung.

Das Manifest ist Grundlage für viele Grundsatzpapiere, so auch die Richtlinien für Öffentliche Bibliotheken,  findet vielfach einen Bezugsrahmen für die Forderungen von Bibliotheken und fand Eingang in nationale Bibliotheksgesetze, wie u.a. in Norwegen, Kenia und Kanada. Darüber hinaus ist das Manifest nach wie vor hochaktuell. Jede Bibliothek kann es nutzen, um im eigenen Umfeld Lobbyarbeit zu betreiben, schreibt Kraß.

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IFLA-Strategie 2019-2024 in Deutsch

Die Rahmenstrategie der IFLA 2019-2024 liegt nun in deutscher Sprache vor. Die unter dem Motto „Wir sind IFLA“ entstandene Mission steht mittels „Inspiration, Einbindung, Entfaltung und Vernetzung“ für eine starke und vereinte Bibliothekslandschaft als Triebkraft alphabetisierter, informierter und partizipativer Gesellschaften. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Bibliotheken aus 190 Ländern haben an der Formulierung der Rahmenstrategie mitgewirkt.

Vier strategische Vorgaben werden formuliert:

1. Stärkung der Stimme der Bibliothekswelt weltweit

2. Inspiration und Optimierung der fachlichen Praxis

3. Vernetzung und Stärkung des Bibliothekswesens

4. Optimierung unserer Organisation

Den Link zur deutschen Fassung der IFLA-Rahmenstrategie 2019-2024 finden Sie hier.

Strategie und Politik: Barbara Lisons Ziele für ihre künftige IFLA-Präsidentschaft

„Die Themen Strategie und Politik sind die wichtigsten Handlungsfelder“, sagt Barbara Lison, IFLA-Vizepräsidentin, in einem akutellen Interview mit BUB-Herausgeber Dirk Wissen. Barbara Lison erläutert darin die Ziele ihrer künftigen Präsidentschaft und ihre Sicht auf die wesentlichen Grundlagen für eine fruchtbare internationale Zusammenarbeit. Der Strategieprozess der IFLA unter dem Motto „We are IFLA“ zeige einen sehr konstruktiven Dialog mit den Mitgliedern, so Lison. Sie möchte darüber hinaus an an das Motto „Bibliotheken auf die Tagesordnung“ ihrer Vorgängerin aus Deutschland, Claudia Lux, anknüpfen, wo es dezidiert um eine Stärkung der Lobbyarbeit für die Belange der Bibliotheken ging. Aber auch das Image der Bibliotheken solle sich verbessern. Darüber hinaus ist ihr wichtig, dass Mitglieder der Verbände sich für die Zukunftsfähigkeit des Berufsstandes und von Bibliotheken aktiver engagieren, egal ob auf internationaler, nationaler oder regionaler Ebene.

Das ganze Interview finden Sie in der Ausgabe BUB 71 (2019) 8/9 S. 488-490.

85. IFLA-Weltkongress in Athen geht erfolgreich zu Ende

Mehr als 3.300 Delegierte aus 130 Ländern, davon ca. 150 aus Deutschland, kamen vom 24.-30.August 2019 in Athen zum 85. World Library and Information Congress zusammen. Der Kongress stand unter dem Motto ‚Libraries: dialogue for change‘. 500 Vortragende, 19 davon aus Deutschland,  gaben ihre Entwicklungen, Projekte, Erfahrungen in 250 Sessions weiter. Die elf wichtigsten Veranstaltungen wurden gestreamt und erreichten so weltweit ihr Publikum. Vor Beginn des Kongresses fanden bereits 20 sogenannte Satellitenkonferenzen statt. Fast 200 Poster, 14 davon von deutschen Teilnehmenden, wurden präsentiert sowie 30 Kurzvorträge als ‚Lightning talks‘. 14 Partner aus Deutschland, Verbände und Einrichtungen beteiligten sich an dem deutschen Gemeinschaftsstand, den das Goethe-Institut Athen organisierte und der unter dem Motto ‚German Libraries: Informative. Innovative.Inspiring‘ stand. Die neue Strategie 2019-2014 des internationalen Bibliotheksverbandes wurde gestartet sowie der Ideas Store mit tausenden von Ideen zur Verbesserung der Bibliotheken weltweit. Mit der Übernahme der IFLA-Präsidentschaft durch die Australierin Christine Mackenzie begann auch die zweijährige Amtszeit für Barbara Lison aus Deutschland  als designierte IFLA-Präsidentin.