President-elect-Session auf der #wlic2021

Mit der Ankündigung des Themas ihrer Präsidentschaft „Libraries buidling a sustainable future“ konzentrierte sich die designierte IFLA-Präsidentin Barbara Lison in ihrer Sitzung auf der Weltkonerenz auf die langfristigen Trends des Fachgebiets. Während der Session betonte Barbara Lison, dass ein Schlüsselelement darin bestehen wird, die Welt um uns herum und ihre Veränderungen aufmerksam zu verfolgen und dabei warhzunehmen, welche Trends Einflüsse auf den Beruf ausüben. Während einige Trends, wie die Bedeutung von Information, Lese- und Schreibfähigkeit oder lebenslanges Lernen, die Bedeutung von Bibliotheken stärken, können andere Trends, wie die Privatisierung von Wissen oder wirtschaftlich schwierige Zeiten, das Gegenteil bewirken.

Auf der President-elect-Session sollten Vorschläge des Berufsnachwuchses, der künftigen Führungskräfe (emerging leaders) diskutiert werden. Vorab waren bis zu 150 Ideen eingereicht worden, die zu 20 Trends zusammengefasst und diskutiert wurden. In Abstimmungsrunden kristallisierten sich 5 Bereiche heraus, die in der Arbeit während Barbaras IFLA-Präsidentschaft eine wichtige Rolle spielen werden. Diese sind:

1) Virtuelles wird bleiben: Die Menschen ziehen es weiterhin vor, Bibliotheksdienste aus der Ferne zu nutzen, was den Wert von Räumen und physischen Angeboten in Frage stellt,

2) Vielfalt wird ernst genommen: Ein wachsendes Bewusstsein für die Existenz und die Auswirkungen von Diskriminierung führt zu einer radikalen Reform unserer Bestände, Dienstleistungen und Praktiken,

3) Eine ökologische Bestandsaufnahme: Der Klimawandel bringt neue Bedrohungen für Bibliotheken und die Gemeinschaften, denen sie dienen, mit sich und zwingt zu radikalen Anpassungen, um eine Katastrophe zu vermeiden,

4) Lebenslanges Lernen: Es gibt keinen Job auf Lebenszeit mehr, was bedeutet, dass immer mehr Menschen sich im Laufe ihres Lebens mit Unterstützung von Bibliotheken weiterbilden,

5) Ungleichheiten vertiefen sich: Während digitale Technologie neue Möglichkeiten eröffnet, wächst die Kluft zwischen Menschen mit und ohne Zugang. Es besteht die Gefahr, dass große Teile der Bevölkerung in Armut leben, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden.

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Wertvolle Ressource für die Lobbyarbeit: Mitschnitt eines Webseminars zur Library Map of the World

Die IFLA Library Map of the World (LMW) ist eine Weltkarte der Bibliotheken und bietet Informationsquellen für Bibliotheksstatistiken auf Länderebene, Länderinformationen über das Bibliotheksumfeld und eine Plattform mit Informationen über die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen.

In diesem englischsprachigen Onlineseminar wird die Website vorgestellt und diskutiert, wie Bibliotheksverbände die Daten, Informationen, Beispiele der LMW-Website für ihre Arbeit und Lobbytätigkeit nutzen können und wie sie dazu beitragen können, ihre Arbeit sichtbarer zu machen. Man erhält Tipps für eine gute Präsentation des eigenen Verbands auf der LMW, Prozesse hinter der Aktualisierung der Daten, die Kuratierung von Länderprofilen sowie Themenschwerpunkte für SDG-Stories in Bibliotheken bei der Erfüllung der nachhaltigen Entwicklungsziele.

Das Online-Seminar wurde unter anderem von der IFLA-Sektion Management of Library Associations organisiert und bildete den Beginn einer Online-Seminarreihe zu verschiedenen verbandsrelevanten Themen.

Zum Mitschnitt auf Youtube

IFLA/ALA-Webseminar-Mitschnitt zum Breitbandausbau für Bibliotheken

Die IFLA setzt sich seit langem für die Ziele der UNO für eine nachhaltige Entwicklung ein. Zugang zum Internet ist ein Schlüsselbeitrag zu einer stärkeren Inklusion und besseren wirtschaftlichen Entwicklung und Chancengleichheit. Die UNESCO hat darauf hingewiesen, dass Breitband „das fehlende Glied“ im globalen Zugang zu Bildung ist. COVID-19 hat einen massiven Wechsel zur Digitaltechnik vorangetrieben. Gleichzeitig hat dies eine Ungleichheiten beim Zugang zum Internet verdeutlicht, die auch in den Auftrag und den Betrieb von Bibliotheken hineinspielt.

Breitband-Internetzugänge in Bibliotheken werden benötigt, um Geräte, Bestände und Informationen sowie eine Vielzahl von Dienstleistungen zu vernetzen und zu ermöglichen. Damit wird technisch der Zugang zu transformativen Ressourcen für eine bessere Bildung und lebenslanges Lernen in den von COVID-19 stark betroffenen Gemeinschaften in allen Regionen der Welt ermöglicht.

Beim Webinar (ursprünglich für den 8. Dezember geplant und auf den 14. verschoben) wird ein internationales Panel gemeinsam Überlegungen anstellen, wie dieses dringende Ziel erreicht werden kann.

Thema: Librarians supporting universal broadband to continue providing essential services to communities everywhere

Moderation: Loida Garcia-Febo, CPDWL-Beraterin, Internationale Bibliotheksberaterin

Panel:

Dr. Jesus Lau, Ko-Vorsitzender UNESCO Globale Allianz für Partnerschaften zur Medien- und Informationskompetenz (GAPMIL)

Catharina Isberg, Bibliotheksdirektorin Stadtbibliotheken Helsingborg, Mitglied des IFLA-Vorstands

Sanjay Kumar Bihani, Bibliotheks- und Informationsbeauftragter, Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, Patiala House Annexe, Tilak Marg, Neu-Delhi, Indien

Infos zu und Mitschnitt des Webseminars vom 14. Dezember 2020

 

IFLA diskutiert digitale Inklusion auf dem IGF

„Human resilience and solidarity“ lautet das Motto des von den Vereinten Nationen organisierten 15. Internet Governance Forum IGF 2020, welches online vom 2. bis 17. November stattfand. Das IGF diskutiert mit über 6000 Teilnehmenden globalen Stakeholdern (so auch der IFLA) aus über 175 Ländern politische Fragen zur Internet-Verwaltung in der globalen Informationsgesellschaft.

Für Bibliotheken hängt die Frage der digitalen Inklusion unmittelbar mit den Nachhaltigkeitszielen der UN zusammen. Wie in der Session der Dynamic Coalition on Public Access in Libraries hervorgehoben wurde, können Bibliotheken ein wertvolles Instrument sein, um geeignete Maßnahmen zu unterstützen. Auch Zugang zu Information für Benachteiligte spielt hier eine Rolle. Letztlich ist der Zugang zu lokalen, relevanten und qualitativ hochwertigen Inhalten entscheidend; ebenso wie die richtigen digitalen Fähigkeiten zur Recherche und Rezeption.

Diese und weitere „Take-Away-Messages“ des IGF für Bibliotheken findet man zusammengefasst auf der Webseite der IFLA.

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Neue IFLA-Sektion ENSULIB geht ab Januar 2021 an den Start

Die vor kurzem neu entstandende Sektion ENSULIB (Environment, Sustainability and Libraries) kann ab Januar 2021 offiziell loslegen. Die ehemalige Special Interest Group sucht nach freiwilligen Nominierungen für die Interimsfunktionen Chair, Secretary und Information Coordinator für den Rest der Amtszeit bis August 2021.  Die hauptsächlichen Aufgaben bestehen darin, Sitzungen für die bevorstehende Konferenz zu planen und mögliche Mitglieder und Amtsträger für das Standing Committee 2021-2023 zu bestimmen, so dass mit neuen Projekte und Aktivitäten für den Aktionsplan 2021-2022 begonnen werden kann.

Bei Interesse kann man sich bis 13. November an IFLA/Megan Price at professionalsupport@ifla.org, mit CC an petra.hauke@hu-berlin.de, wenden.

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IFLA ruft zur Mitunterzeichnung gegen digitale Kluft und für digitale Inklusion auf

Die IFLA unterstützt aktuell Forderungen an die Politik für einen stärkeren Breitband-Ausbau und -Internetanschluss für Bibliotheken. Gerade die Pandemie hat Lücken in diesem Bereich offenbart, Millionen Menschen haben keinen technischen Zugang zu Informationen und Weiterbildungsangeboten oder sind von der digitalen Teilhabe ausgeschlossen.

Aus diesen Gründen hat die IFLA zusammen mit der Initiative Partnership for Public Access den Aufruf Libraries in Response: Every Community Connected unterzeichnet. Die wesentlichen Forderungen an die Politik behinhalten Internetverbindungen für jede Gemeinde,  die Schulen anzuschließen, lokale Bibliotheken als Partner einzubinden in Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele, Gewährleistung einer angemessenen Personalausstattung, Zugang zu Geräten für Bibliotheken und Fortbildungsangebote für die Teilhabe am Internetzugang.

Aufruf zur Mitzeichnung einer Selbstverpflichtung für die digitale Inklusion

Die IFLA hat einen zusätzlichen eigenen Aufruf, den Library Pledge for Digital Inclusion, gestartet. Jede Bibliothek, Verband und auch Einzelperson kann jetzt ihr Engagement und Selbstverpflichtung zur Förderung der digitalen Inklusion mit einer Unterschrift öffentlich unterstützen – auch im Hinblick auf das Internet Governance Forum Anfang November, s.a. Liste der bisherigen Einrichtungen und Kolleg*innen, die schon unterzeichnet haben.

Mit der Unterzeichnung gibt man sein Versprechen, sich für den Ausbau der Internetverbindungen in den Gemeinden einzusetzen, als Bibliothek öffentlicher Ort mit offenem Internetzugang zu sein, Teilhabe durch die Nutzung digitaler Dienste zu ermöglichen, digitale Fertigkeiten zu vermitteln, kurz Anschluss an die digitale Welt für die Communities und ihre Einwohner*innen verstärkt zu fördern.

Hier kann man den „Library Pledge of Digital Inclusion“ mitzeichnen

Große Unterstützung für neue IFLA-Sektion ENSULIB

Im Juli wurde auf diesem Blog über einen Aufruf berichtet, sich an der neuen IFLA-Sektion ENSULIB – Environment, Sustainability and Libraries zu beteiligen. Die ehemalige Special Interest Group kann sich nun über 60 statt ursprünglich geplante 40 institutionelle Mitgliedschaften und so einer große Unterstützung für die Nachhaltigkeitsfragen in Bibliotheken erfreuen. Petra Hauke, Initiatorin und Convenor der Special Interest Group, hat diese Entwicklung maßgeblich forciert.

Der Prozess geht nun in die nächste Phase. Ende Oktober tagt der Fachausschuss online und wird unter anderem über das weitere Vorgehen beraten. Das aktuelle Projekt ist eine Open-Access-Publikation. Diese geht der Frage nach, ob alte Gebäude in Bibliotheken nachhaltig umgewandelt werden können. Es soll zeigen, wie sensibel die behutsame Umwandlung vorhandener historischer Gebäude in spannende, funktionale und schöne Bibliotheken sowohl eine Herausforderung als auch ein höchst erfüllendes Unterfangen ist.

Sustainability in Libraries: Onlinekonferenz am 14. Oktober mit Infos zu IFLA-Green-Library-Award

Derzeit haben viele Einrichtungen mit den Auswirkungen von COVID-19, der Finanzkrise, den Veränderungen in der politischen Landschaft und den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen und suchen nach lokal gesteuerten Lösungen für Probleme, die uns auf globaler Ebene betreffen.

Am 14. Oktober 2020 wird von 19 bis 21 Uhr deutscher Zeit eine internationale Minikonferenz zum Thema Nachhaltigkeit in Bibliotheken unter den Gesichtspunkten wirtschaftlicher Machbarkeit, sozialer Gerechtigkeit und Umweltschutz abgehalten.

Dr. Petra Hauke (IBI Berlin) wird über den IFLA-Green-Library-Award referieren. Die Präsentation wird das Konzept und die Relevanz für die Ziele und Werte der IFLA und die Kriterien für die Auszeichnung vorstellen. Anschließend wird eine Reihe von Siegerprojekten öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliotheken aus den letzten Jahren vorgestellt. Die Präsentation soll alle Bibliotheken, bei denen Nachhaltigkeit auf der Tagesordnung steht, dazu anregen, ihre konkreten Projekte für den IFLA Green Library Award 2021 einzureichen, der im Janaur 2021 ausgeschrieben wird.

Organisiert wird die kostenfreie Onlinekonferenz von Library 2.0 und die School of Information an der San Juan State University (SJSU).

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Was Bibliotheken zu den SDGs beitragen können: Interview mit Stephen Wyber (IFLA)

Wie Mitarbeiter in Bibliotheken Verändeurngen und Wandel in der Gesellschaft hinsichtlich der Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele gestalten und was sie beitragen können, beschreibt Stephen Wyber (IFLA Headquarters Manager, Policy and Advocacy) in einem Interview, welches bei Emerald insight in der Zeitschrift Digital Library Perspectives kürzlich unter dem Titel „From vision to action: librarians as change agents“ veröffentlicht wurde. Stephen Wyber erörtert auch die Position des Verbandes zur Rolle der Bibliotheken bei der Unterstützung der Erreichung der SDGs.

Axonidi, S., Colombati, C. and Gamboni, V. (2020), „From vision to action: librarians as change agents“, Digital Library Perspectives, Vol. 36 No. 1, pp. 4-7. https://doi.org/10.1108/DLP-11-2019-0042

 

Mitglied werden, bis 27. August anmelden: ENSULIB wird zur neuen IFLA-Sektion

Die Special Interest Group ENSULIB Environment, Sustainability and Libraries wird zur neuen IFLA-Sektion erhoben. Herzlichen Glückwunsch den Akteuren und der Initiatorin Petra Hauke vom IBI an der Humboldt-Universität Berlin.

Die neue Sektion sieht wie auch schon die Special Interest Group als Kernanliegen die Rolle der Menschheit beim Klimawandel und will eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft und folglich auch der Bibliotheken anstreben und fördern.

ENSULIB lädt alle Verbands- und institutionellen IFLA-Mitglieder, die sich für Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen engagieren und die UN-Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 unterstützen, ein, eine Mitgliedschaft für die zukünftige ENSULIB-Sektion zu unterzeichnen! 40 neue Mitglieder werden gesucht.

Bitte füllen Sie das entsprechende Formular (Letter of Intention) bis spätestens 27. August 2020 (verlängerte Frist!) aus.

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