Implementierung des Marrakesch Vertrags – IFLA und EBLIDA veröffentlichen Leitfaden für Bibliotheken

285 Mio. Menschen weltweit, davon 17 Mio. in Europa, sind sehbehindert. Der Vertrag von Marrakesch verlangt Ausnahmen oder Beschränkungen im Urheberrecht und verwandter Schutzrechte zugunsten blinder, sehbehinderter und anderweitig behinderter Menschen wie Legastheniker. Der Vertrag ermöglicht auch den grenzüberschreitenden Austausch von Sonderformaten von Büchern, einschließlich Hörbüchern und digitaler Dateien, sowie von anderem Druckmaterial zwischen den Ländern, die Vertragsparteien sind. Der Vertrag wurde am 20. September 2017 im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Die Mitgliedstaaten müssen bis zum 10. Oktober 2018 die Umsetzung der EU-Rechtsvorschrift in ihre nationalen Gesetze vornehmen, wobei sie die Details bestimmen können, wie die festgelegten Ziele erreicht werden. IFLA und EBLIDA haben einen Leitfaden entwickelt (mit freundlicher Genehmigung des EIFL-Leitfadens zum Vertrag von Marrakesch), mit dem die Richtlinie und die Verordnung den Bibliotheken und Bibliotheksverbänden erläutert und Empfehlungen für die Umsetzung in nationales Recht ausgesprochen werden. Er soll bei der Lobbyarbeit unterstützen und sicherstellen, dass die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen vorrangig sind und Bibliotheken sie im Rahmen des Vertrags bestmöglichst bedienen können. Der Leitfaden ist als Word oder pdf auch in Großschrift im Download erhältlich.

DA2I – IFLA veröffentlicht Bericht zu Entwicklung und Zugang zu Informationen

‚Development and Access to Information‘ verbirgt sich hinter dem Kürzel DA2I, dem ersten Bericht des internationalen Bibliotheksverbands IFLA zu Entwicklung und Zugang zu Informationen. Am 17.Juli wurde er im Rahmen des hochrangigen politischen Forums zu nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen vorgestellt. Der Bericht verfolgt die Fortschritte in rund 200 Ländern bei der Förderung des Zugangs zu Informationen als Bestandteil der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen und ist darauf ausgerichtet, die Sichtbarkeit von Bibliotheken im Kontext der 2030 Agenda der Vereinten Nationen zu erhöhen. Er soll ebenfalls als Lobbyinstrument für Bibliotheken auf regionaler, nationaler und lokaler Ebene dienen. Der Bericht steht zum Download bereit.

Research Data Services

‚Research Data Services‘ lautet das Thema einer Sonderausgabe der Zeitschrift IFLA Journal. Die Dezemberausgabe 2016 beschäftigt sich in verschiedenen Aufsätzen mit diesem Thema und zeigt internationale Perspektiven und Beispiele. Gastherausgeber dieser Ausgabe ist neben Michael Witt, USA, Dr.Wolfram Horstmann, Direktor der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. IFLA-Journal ist die offizielle Publikation des internationalen Bibliotheksverbandes IFLA. Die vier Ausgaben pro Jahr sind auch  verfügbar.

Generalsekretär der IFLA erhält hohe Auszeichnung – „Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst“ an Gerald Leitner

Am 16.Januar 2017 wurde dem Generalsekretär des internationalen Bibliotheksverbandes Gerald Leitner vom Österreichischen Präsidenten das   „Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst“ verliehen. Diese hohe Auszeichnung ging seit 1955 zum dritten Mal an einen Bibliothekar in Österreich; nun erstmals an einen Bibliothekar aus dem öffentlichen Bibliotheksbereich. Bevor Leitner am 01.05.2016 die Stelle des Generalsekretärs bei der IFLA übernahm, war er langjähriger Geschäftsführer des Büchereiverbandes Österreichs.
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IFLA-Midterm Meeting der Sektion Bibliotheksbau und Einrichtung mit öffentlichem Seminar zum Thema ’storage‘ in München

Am 23.Februar 2017 treffen sich die internationalen Spezialisten der IFLA-Sektion Bibliotheksbau und –einrichtung auf Einladung der Bayerischen Staatsbibliothek in München. In diesem Zusammenhang wird ein Seminartag zum Themenfeld Archiv, Lagerung, Aufbewahrung stattfinden: ‚Storage! The Final Frontier Options, Best Practices and Collaboration‘ lautet die Überschrift des ProgrammsWeiterlesen