WLIC, Governance und neue IFLA-Webseite Prioritäten für 2021

In einer Mitteilung vom Dezember informiert die Präsidentin Christine Mackenzie über die drei wichtigsten Ziele der Organisation für das kommende Jahr: die Durchführung eines erfolgreichen Onlinekongresses, die Umsetzung der neuen Governance-Struktur und die Bereitstellung der neuen IFLA-Website sind Prioritäten für 2021.

Derzeit wird eine neue Geschäftsordnung entwickelt, die die neue Struktur widerspiegelt und definiert, wie sie funktionieren wird. Die Zusammenarbeit mit und das Feedback aus den sechs Regionen ist dabei wichtig. Vorbehaltlich der Zustimmung zur neuen Satzung auf der außerordentlichen Generalversammlung am 12. Februar 2021 wird der Nominierungs- und Wahlprozess bis Ende Februar beginnen.  Auch die Finanzierung und Mittel zur neuen Struktur sollen zur Nachhaltigkeit der Organisation beitragen. Darunter fällt auch die Umsetzung des IFLA-Strategieplans 2019-2024.

In anderen Angelegenheiten genehmigte das Board eine neue Erklärung zu Bibliotheken und Open and Good Governance, die in Kürze veröffentlicht werden soll. Eine wichtige Facette des Zugangs zu Informationen ist der Zugang zu Regierungsinformationen als Grundlage für Transparenz, Rechenschaftspflicht und Beteiligung an der Regierung, und diese Erklärung dient sowohl als Instrument für die IFLA bei ihrer Lobbyarbeit bei den Vereinten Nationen als auch für die IFLA-Mitglieder bei ihrer eigenen Lobbyarbeit.

Hier geht es zur Mitteilung und zum Meeting Report (Dez. 2020)

IFLA diskutiert digitale Inklusion auf dem IGF

„Human resilience and solidarity“ lautet das Motto des von den Vereinten Nationen organisierten 15. Internet Governance Forum IGF 2020, welches online vom 2. bis 17. November stattfand. Das IGF diskutiert mit über 6000 Teilnehmenden globalen Stakeholdern (so auch der IFLA) aus über 175 Ländern politische Fragen zur Internet-Verwaltung in der globalen Informationsgesellschaft.

Für Bibliotheken hängt die Frage der digitalen Inklusion unmittelbar mit den Nachhaltigkeitszielen der UN zusammen. Wie in der Session der Dynamic Coalition on Public Access in Libraries hervorgehoben wurde, können Bibliotheken ein wertvolles Instrument sein, um geeignete Maßnahmen zu unterstützen. Auch Zugang zu Information für Benachteiligte spielt hier eine Rolle. Letztlich ist der Zugang zu lokalen, relevanten und qualitativ hochwertigen Inhalten entscheidend; ebenso wie die richtigen digitalen Fähigkeiten zur Recherche und Rezeption.

Diese und weitere „Take-Away-Messages“ des IGF für Bibliotheken findet man zusammengefasst auf der Webseite der IFLA.

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IFLA sensibilisiert die WIPO weiterhin für die Bedürfnisse von Bibliotheken

Vom 16. bis 20. November 2020 war die Weltorganisation für geistiges Eigentum Gastgeberin der 40. Sitzung des Ständigen Ausschusses für Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (SCCR). Die Konferenz erkundete unter anderem Schranken des Urheberrechts für Bibliotheken, Archive und Museen.

Die IFLA hat sich in zwei Bereich für Urheberrechtsregelungen eingesetzt. Zum einen die Wichtigkeiet eines internationalen Rechtsrahmens, der digitale Reproduktionen von Kulturgütern ermöglicht, um diese vor Wettereinflüssen, menschlicher Zerstörung oder den Auswirkungen der globalen Erwärmung zu schützen. Zweitens sieht die IFLA die Notwendigkeit, Flexibilitäten in den geltenden internationalen Urheberrechtsgesetzen zu nutzen, um insbesondere Bibliotheken, aber auch Archiven, Museen, Forschungsorganisationen und Bildungseinrichtungen die Fortsetzung und Erfüllung ihrer digitalen und gesellschaftichen Aufgaben als öffentliche Institutionen zu ermöglichen.

In Bezug auf das öffentliche Ausleihrecht digitaler Medien betont die IFLA den Mangel an konkreten Beweisen für die Auswirkungen des Bibliotheksverleihs auf den Buchverkauf und zieht eine Studie zu diesem Thema nur dann in Betracht, wenn das Thema ganzheitlich und auch im Sinne der Unterstützung für Urheber betrachtet wird.

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Live-Stream der IFLA-Generalversammlung am 5. November, 13-15 Uhr

Die IFLA-Generalersammlung wird am 5. November in der Königlichen Bibliothek der Niederlande stattfinden. Aufgrund der steigenden Coronainfektionszahlen auch in den Niederlanden hat man den Mitgliedern von einer Teilnahme vor Ort abgeraten und entschieden, die Veranstaltung live zwischen 13 und 15 Uhr auf Youtube zu übertragen.

Über die Möglichkeiten der Stimmrechtsvertretung war im Vorfeld auch in diesem Blog bereits informiert worden.

Link zum Live-Stream

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Mitteilung von Christine Mackenzie vom 29. Oktober zum aktuellen IFLA Governing Board Meeting

Mitmachen bei Umfrage zu Open Access und Bestandsentwicklung, bis 31. Oktober

Die IFLA-Sektion Acquisition and Collection Development startet eine Umfrage über die Open-Access-Bewegung und möchte folgendes herausfinden:

Wie wirkt sich der Übergang zu Open Access auf die Bibliothekssammlung, die Bestandsentwicklung und -verwaltung aus, einschließlich der wissenschaftlichen Kommunikationsinfrastruktur und der traditionellen Lieferkette für wissenschaftliche Informationen?

In den letzten Jahren haben Bibliotheken sich sehr stark  für die Open-Access-Bewegung ausgesprochen, auch wenn dies Herausforderungen bei der traditionellen Bestandsentwicklung, in der Beziehung zu Verlagen, Contentanbietern, der Erwerbung von Medien u.ä. mit sich bringt. Ziel der Umfrage soll eine solide Informationsressource sein, die Bibliotheken bei ihrer Arbeit zur Bestandsentwicklung unterstützt.

Der Fragebogen wird bis zum 31. Oktober 2020 verfügbar sein und maximal zehn Minuten zum Ausfüllen benötigen. Er enthält geschlossene und offene Fragen. Besonderes Interesse gilt Antworten auf offene Fragen. Alle gesammelten Informationen und Antworten werden anonymisiert. Alle persönlichen oder potenziell identifizierenden Informationen werden entfernt oder geändert, bevor die Ergebnisse in einem Bericht veröffentlicht werden.

Für Rückfragen stehen die Sektionsmitglieder zur Verfügung: Dr. Franziska Wein Franziska.Wein@uni-erfurt.de oder Karin Byström  karin.bystrom@ub.uu.se

Die Sektion wird die Ergebnisse der Umfrage auf dem nächsten IFLA-Kongress vorstellen.

Hier geht es zur Umfrage.

Call for 2021 Entries: für Library Publishing Directories bis 14. September

Die Library Publishing Coalition (LPC) und die IFLA-Library Publishing Special Interest Group (LibPub SIG) haben sich zusammengeschlossen, um Aktivitäten des wissenschaftlichen Publizierens in Bibliotheken auf der ganzen Welt zu untersuchen. Die LPC ruft daher zu Meldungen für das 8. jährliche Bibliotheksverlagsverzeichnis 2021 auf. Die LibPub SIG der IFLA wird eine Online-Datenbank mit globalen Publikationsaktivitäten im Bereich des Bibliothekswesens erstellen.

Interessierte Bibliotheken mit Publikationsaktivitäten können ein Kurzprofil erstellen, das in den Online-Datenbanken beider Organisationen erscheinen wird. Bibliotheken, die in das Print, PDF und EPUB Library Publishing Directory aufgenommen werden möchten, sollten einen Fragebogen vollständig ausfüllen (Dauer 30-45 Minuten) Sollte Ihre Bibliothek bereits einen Eintrag in einer früheren Ausgabe des Verzeichnisses haben, sollten Sie eine E-Mail mit Anweisungen zur Aktualisierung erhalten haben. Bei Fragen kann man sich an contact@librarypublishing.org wenden.

Während die Fragen in diesem Jahr auf Englisch sind, ist geplant, in Zukunft den Fragebogen in die offiziellen Sprachen der IFLA zu übersetzen. Antworten in englischer Sprache werden bevorzugt.

Der Aufruf zur Einreichung von Beiträgen endet am Montag, den 14. September 2020.

Hier geht es zum Fragebogen.

Online-Coaching vom 17. bis 21. August – jetzt kostenlos anmelden

Vom 17. bis 21. August gibt es die Möglichkeit, während einer Online-Coaching-Woche das Angebot, sich selbst coachen zu lassen. Dies wird in verschiedenen Sprachen, u.a. auch in Deutsch angeboten. Die Coaches befinden sich in verschiedenen Ländern und Zeitzonen, so dass eine passende Sprache und Zeitfenster ausgewählt werden können.

Die Kurse dauern eine Stunde und richten sich an alle, die Interesse haben, Ihre Karriere zu entwickeln, herausfordernde Situationen zu meistern und Ihre Ziele zu erreichen oder herausfinden, möchten, wie ein Engagement bei der IFLA helfen kann, Karriere und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten zu erweitern.

Sich anmelden, Zeitzone und Sprache auswählen kann man hier. Nach der Buchung nimmt der Coach Kontakt zu einem auf, um zu besprechen, welche Online-Plattformen (Zoom, WebEx, Skype…) bevorzugt werden und um alternative Zeitfenster zu erkunden. Darüber hinaus können Sie vom Coach auch das Format des Coachings erfahren.

Die IFLA-Sektion für berufliche Weiterbildung und Lernen am Arbeitsplatz und die Sektion Management und Marketing sind Partner bei der IFLA Coaching Initiative. Ursprünglich war die Coachingwoche als Angebot auf dem WLIC in Dublin geplant und musste aus bekannten Gründen abgesagt werden. Im Juni hatten wir auf diesem Blog von der IFLA-Initiative berichtet, sich zum Coach ausbilden zu lassen.

Globale Allianz für Informationskompetenz – Aufruf zur Beteiligung

Aktuell kann man erleben, dass Desinformationen und Fake News im Bezug auf Fakten rund um die Coronapandemie großen Schaden anrichten kann. Bibliotheken unterstützen Ihre Nutzer*innen, Informationskompetenz aufzubauen und koordinieren lokale Bemühungen.

Die UNESCO hat 2013 die Initiative Global Alliance for Partnerships for Media and Information Literacy – GAPMIL ins Leben gerufen. Ziel ist es, aktive Unterstützung für entsprechender Programme zur Förderung der Informationskompetenz weltweit zu leisten und eine gemeinsame partnerschaftliche Interessensvertretung für die professionelle Vermittlung von Informationskompetenz zu sein.

Das strategische Programm FAIFE (Freedom of Access to Information and Freedom of Expression) der IFLA hat zur Beteiligung aufgerufen und einen Leitfaden aktualisiert: Get Into GAPMIL, um zu vermitteln, was GAPMIL ist und wie man sich bei Interesse an einem UNESCO-Forum zur Medien- und Informationskompetenz beteiligen kann.

Stärkere Unterstützung für Kultur von EU gefordert – Statement internationaler Verbände

Die großen internationale Bibliotheksverbände IFLA, EBLIDA, LIBER, NAPLE Forum, Sparc Europe und Public Libraries 2030 sprechen sich in einem gemeinsamen Brief und Statement an die Staats- und Regierungschefs der EU dafür aus, Programme wie Creative Europe, Horizon Europe und andere Förderlinien beizubehalten und nicht auf Kosten des Ausbaus der digitalen Transformation und unter Beteiligung der Bürger einzuschränken.

Die Verbände fordern, die Entscheidungen in Bezug auf den EU-Haushalt für 2021-27 zu überdenken und sich insbesondere für Forschung, Bildung, Kultur und digitale Integration, kulturellem Erbe und Demokratie einzusetzen. Der Wiederaufbau dürfe letztlich nicht zu Lasten der genannten Bereiche ausfallen.

Die Verbände vertreten 60.000 Bibliotheken europaweit. Im Statement wird betont, dass Bibliotheken sich während der Krise als sehr resilient erwiesen haben und in vielen Fällen Services trotz widriger Umstände aufrecht erhalten haben und Zugang zu Bildung und Informationen digital eingerichtet haben.

Lesen Sie die Statements vom 6. August 2020 auf den Webseiten von IFLA und EBLIDA