Ankündigung zur IFLA-General-Assembly 2020

Gerald Leitner, Generalsekretär der IFLA, nimmt Stellung zur Verschiebung der IFLA-Generalversammlung, die wegen der Absage des WLIC in Dublin in diesem Jahr nicht zeitgleich dort stattfinden kann.

Man plant bis Ende Juli die Mitglieder über einen neuen Termin zu informieren. Die Generalversammlung soll noch vor dem 30. November 2020 stattfinden. Ob die Versammlung virtuell oder an einem Ort abgehalten wird, ist noch nicht entschieden. Die Einreichungsfristen für Anträge und Tagesordnungspunkte zur Generalversammlung wäre jetzt am 11. Mai gewesen und wird voraussichtlich ebenfalls verlängert.

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IFLA-Journal Volume 46, No. 1 (March 2020) ist online

Hier finden Sie den Link zur aktuellen Ausgabe des IFLA-Journals vom März 2020, diesmal ein Sonderheft zum Thema: Knowledge Management and library innovation in a changing world.

Die ausgewählten Artikel beschäftigen sich mit Best Practices, Innovationspotenzialen und Erfahrungen mit Knowledge-Management-Methoden und -überlegungen in verschiedenen bibliothekarischen Einrichtungen.

In der Einleitung heißt es „In a context where knowledge is considered the true strategic asset, it is not surprising that knowledge management (KM) emerges as one, if not “the” key approach to pursue innovation.“

IFLA Journal

Zur Sache: Bibliotheken nach der Pandemie

Auf dem IFLA-Library-Policy-and-Advocacy-Blog findet sich ein Beitrag, der sich mit der Zeit nach der Pandemie auseinandersetzt. Noch stecken Bibliotheken mittendrin, ihre digitalen Services auszubauen. Teilweise werden Öffnungen unter Auflagen wieder möglich. Klar ist jedoch, dass diese Pandemie-Zeit eine historische Zäsur mit sich bringen wird.

Der Blog listet 10 drängende Fragen auf, mit denen Bibliotheken sich auseinandersetzen sollten. Wie wirken sich die Restriktionen konkret aus? Werden bestimmte Onlineangebote bleiben? Ist die Finanzierung der Bibliotheken gesichert? Können Bibliotheken die Auswirkungen auf den Bildungsbereich abfedern? Ist die rechtliche Situation (bspw. Urheberrecht) ausreichend auf solche Momente vorbereitet? Welche Schwächen zeigt unsere digitale Infrastruktur? Kann der globale Austausch von Informationen vorangebracht werden? Kann man aus der Pandemie Lehren für mehr Nachhaltigkeit ziehen? Wird der Wert von Kultur sich verändern?

Auch Jill Hurst-Wahl von iSchools greift in ihrem Blogbeitrag auf „Digitization 101“ diese Fragen auf und ergänzt eigene Aspekte, wie etwa, ob Bibliotheken sich neu definieren müssten, ob der Wert der physischen Orte sich verändert, wie das Personal künftig arbeiten wird, und schließlich, wie Bibliotheken ihre Wert künftig leisten und bemessen. Im Hinblick auf eine künftige Bilanz über das Jahr 2020 werden einige dieser Fragen beantwortet werden müssen, so Hurst-Wahl.

Internationale Verbände fordern von der WIPO Schutz des Kulturerbes

Der 26. April ist traditionell der World Intellectual Property Day, der von der WIPO ins Leben gerufen wurde, um an die Bedeutung der Schutzrechte für Urheber, Patente,  Marken und geistiges Eigentum zu erinnern. Da der diesjährige Welttag für geistiges Eigentum sich Innovationen für eine grüne Zukunft zum Thema gemacht hat, haben die IFLA und ihre Partner in einem offenen Brief Regierungen und die Weltorganisation für geistiges Eigentum aufgefordert, das Kulturerbe einzubeziehen.

Es soll sichergestellt werden, dass Gesetze zum Schutz des geistigen Eigentums der Bewahrung des kulturellen Erbes angesichts des Klimawandels nicht im Wege stehen. Kulturelle Institutionen sollen in der Lage sein, den weiteren Verlust des weltweiten Kulturerbes durch steigenden Meeresspiegel, extremer Wetterereignisse und anderer Katastrophen rechtskonform zu verhindern und Sammlungen zu sichern, beispielsweise durch das Anfertigen von Kopien von Originalen.

Hinter der Forderung stehen fünf Organisationen: die IFLA, das International Council on Archives (ICA), das International Council on Museums (ICOM), Electronic Information for Libraries (EIFL) und die Society of American Archivists (SAA).

Der Brief ist von über 155 Organisationen und über 55 Einzelpersonen bisher unterzeichnet worden. Er ist noch offen für weitere Unterzeichner, die sich den Forderungen anschließen möchten.

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IFLA-Sektionen und Satellite Meetings gehen online

Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation war das für den 24. April 2020 in der DNB Frankfurt geplante Midterm-Meeting der IFLA Cataloguing Section abgesagt worden. Die Sektion hat sich statt dessen virtuell getroffen. Renate Behrens (DNB), Mitglied der Gruppe, berichtet, dass die Überarbeitung der International Cataloguing Principles (ICP) unverändert fortgeführt wird.

Auch die beiden geplanten Satellite Meetings für den Sommer sollen nicht einfach ausfallen, sondern als virtuelle Veranstaltungen durchgeführt werden. Das von der Cataloguing Section und VIAF geplante Satellite Meeting zu Normdaten wird auf das nächste Jahr in Rotterdam verschoben. Die Kolleg*innen, die bereits einen Abstract eingereicht hatten, werden gebeten, dies im nächsten Jahr zu wiederholen. Anders sieht es beim geplanten „RDA in Europe“ Satellite Meeting aus. Diese gemeinschaftliche Veranstaltung des Committee on Standards, der Cataloguing Section und der European RDA Interest Group soll ebenfalls als virtuelle Veranstaltung in diesem Sommer stattfinden. Einzelheiten dazu werden in Kürze bekannt gegeben.

Hier ein Foto der Arbeitsgruppe ISBD Review im letzten Jahr in Athen (Foto: Christian Alivertiy)

UNESCO startet Umfrage zu Fortschritten bei der Erhaltung des kulturellen Erbes

Die UNESCO hatte 2015 Empfehlung über die Bewahrung des kulturellen Erbes und den Zugang zu diesem, auch in digitaler Form, veröffentlicht. Bisher stellt aber die Umsetzung dieser Empfehlung eine Herausforderung für viele Länder und Institutionen dar. Die IFLA unterstützt nun Bemühungen, diese Herausforderungen besser zu verstehen und die Bewahrung des Erbes in Form von Ideen, Schriften, Bildern und Erfindungen voran zu bringen.

Um die empfohlenen Schritte zum Schutz unseres dokumentarischen Erbes umzusetzen, ist es entscheidend, dass Regierungen und Gedächtnisinstitutionen (Archive, Bibliotheken, Museen und andere Bildungs-, Kultur- und Forschungsorganisationen) zusammenarbeiten. Die Institutionen müssen das Fachwissen, die Forschung und die Beratung zur Verfügung stellen, um bei der Festlegung von Auswahl-, Sammlungs- und Erhaltungspolitiken zu helfen, während die Regierungen durch Gesetze, Politik und Finanzierung handeln müssen.

Die UNESCO hat zu diesem Zweck eine Umfrage in Form einer Checkliste zusammengestellt, die die Empfehlung von 2015 Zeile für Zeile aufgliedert und dabei helfen kann, Bereiche zu kartieren, in denen die Regierung und die Institutionen des eigenen Landes beträchtliche Fortschritte gemacht haben und in denen noch Arbeit erforderlich ist.

Diese Checkliste soll nicht zu einem Vergleich zwischen den Ländern führen. Die Ergebnisse werden nicht öffentlich bekannt gegeben.  Sie wurde erstellt, um den Mitgliedern zu helfen, die unterschiedlichen Politiken und Praktiken ihrer Regierungen und Institutionen zu bewerten und erforderliche Maßnahmen zu ergreifen.

Hier geht es zur Umfrage zur UNESCO 2015 Recommendation Checklist.

Nähere Informationen hierzu auch direkt bei der IFLA.

 

Statement der IFLA und ICA zu Datenschutz und Archivierung

Eine aktuelles Statement der  IFLA und des ICA (International Council of Archives) gibt Empfehlungen zum Schutz personenbezogener Daten bei der Verwaltung von Archivbeständen. Grundsätzlich wird begrüßt, dass weltweit derzeit Datenschutzgesetze dahingehend verschärft werden, Kontrolle und Auskunft über personenbezogene Daten zu erhalten, was unter Umständen bedeuten kann, die Löschung gespeicherter personenbezogener Daten zu erwirken, heißt es im Statement.

Diese Rechte sollten jedoch nicht so weit gehen, dass Archivbestände womöglich gelöscht werden müssten, wodurch die historische Aufzeichnung unvollständig wird und künftigen Generationen der Zugang zu Informationen verwehrt wird, auch wenn Datenschutzaspekte respektiert werden müssen. Das Statement betont, die Expertise der in Archiven tätigen Fachleute hinzuzuziehen. IFLA und ICA verweisen auf bereits bestehende ethische Standards in diesen Fragen und das Statement gibt Empfehlungen im Umgang mit personenbezogenen Daten in Archiven.

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IFLA-Satellite-Meeting 12.-13.08 in Oxford, UK: Einfluss von Bibliotheken auf „Reading Journeys“ von Kindern und Erwachsene

Gleich vier Sektionen der IFLA organisieren im August in Oxford, UK, vor der Weltkonferenz in Dublin, eine Satellitenkonferenz zum Thema „Reading Journeys: exploring the journeys into and through reading for children and adults“. Die Organisatoren wollen untersuchen, welchen Einfluss Bibliotheken auf die Leseentwicklungen und -erlebnisse ausüben. Das Thema wird in Zusammenhang gestellt mit Aspekten der Leseförderung, Erziehung, der Entstehung von Lesecommunities, Lesen im Digitalen Raum, Lesen und soziale Gerechtigkeit, Lesewerbung und -förderung über Social Media, Entwicklung zum Lesen geeigneter Räumlichkeiten und Plätze.

Beteiligt an der Organisation sind die IFLA-Sektionen „Literacy and Reading“, „Libraries for Children and Adults“, „Metropolitan Libraries“, „Public Libraries“.

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Die besonderen Bedürfnisse von Gefängnisbibliotheken: Interview mit Lisa Krolak zum Leitfaden der IFLA und UNESCO

Zweifellos gehören Gefängnisse zu den schwierigsten Umgebungen, in denen Bibliotheken Services für Nutzer in besonderen Lebensumständen anbieten. Doch können Sie unterstützend wirken und Einfluss auf die Insassen ausüben, neue Fähigkeiten zu entwickeln und sich auf das Leben nach der Haftstrafe vorzubereiten.

Auf den Webseiten der IFLA.org gibt es ein Interview mit Lisa Krolak, die Chefbibliothekarin des UNESCO-Instituts für lebenslanges Lernen in Deutschland. Sie Mitglied für die Amtszeit 2019-2023 der IFLA-Arbeitgruppe Gefängnisbibliotheken der Sektion Bibliotheksdienste für Menschen mit besonderen Bedürfnissen (Libraries to People with Special Needs Section). Dort sagt sie, dass es nicht die Regel ist, dass Gefängnisbibliotheken von Fachleuten geleitet werden, die eine spezielle Ausbildung für diesen Bereich haben, sondern oft von Ehrenamtlichen.

Lisa Krolak ist auch die Autorin des Leitfadens „Books beyond Bars: The transformative potential of prison libraries“, das auf der WLIC 2019 in Athen vorgestellt wurde und gemeinsam von der IFLA und UNESCO veröffentlicht wurde. Es enthält ein Vorwort von Barbara Lison, Vizepräsidentin der IFLA. Sie betont darin, dass diese Publikation, die vor allem globale Erfahrungen über den Zustand von Gefängnisbibliotheken darstellt, natürlich in erster Linie für Bibliothekar*innen interessant ist. Aber – und das ist vielleicht noch wichtiger – sie sollte auch für politische Entscheidungsträger und Leiter von Gefängnisverwaltungen und Experten für Rehabilitation von Interesse sein.

Bis 15. März: Call for Papers für „Music in the Library World“ auf der ILFA-Konferenz in Dublin

Drückt sich der Raum für Kreativität, den Bibliotheken ihren Nutzern bieten, auch musikalisch aus oder assoziiert man damit einen bestimmten „Sound of Silence“, eine „Book Shelf Percussion“ oder den „Rainy Sound of Rustly Paper“? Spannende Frage…

Die Interessensgruppe für den Nachwuchs, Audiovisuelle Medien und mit Unterstützung der International Association of Music Libaries (IAML) veranstalten eine 2-stündige Session auf dem Kongress in Dublin zum Thema „Musik in der Bibliothekswelt“. Bis zum 15.03. kann man Beiträge einreichen.

Darüber hinaus wird ein Wettbewerb, der NPSIG Music Competition, veranstaltet, zu dem man 5-minütige Videobeiträge einreichen kann, die das Thema Musik in der Bibliothek hörbar und erlebbar veranschaulichen. Gerne auch mit eigenen Kompositionen oder selbst vorgetragen. Die Bedingungen zur Teilnahme sind hier zusammengefasst.

Weitere Informationen zum CfP für die Bibliotheksmusiken findet sich hier.